Ein Mordshecht

Ein Mordshecht ging an die Angel
46 Petrijünger erbeuten beim Preisangeln 150 Pfund Edelfisch

Petrus war am Sonntag, 17.01.1954, wirklich mit seinen Jüngern, denn er bescherte dem Preisangeln des Papenburger Sportfischervereins, an dem auch Gäste aus Aschendorf teilnahmen, einen Fangtag mit einem Ergebnis, das für den hiesigen Raum einmalig dastehen dürfte. Von 46 teilnehmenden Sportanglern wurden in wenigen Stunden rund 155 Pfund Fisch auf die Schuppen gelegt, davon 150 Pfund Edelfische wie Hecht, Zander, Barsch und Aal. Der größte Fisch des Tages war ein Hecht von 20,5 Pfund. Er brachte dem glücklichen Petrijünger Helmut Bruns, Papenburg, zusammen mit einem Dreipfünder den 1. Preis im Gesamtgewicht und den Sonderpreis für den schwersten Fisch des Tages.

Ab 7 Uhr konnten sich die Teilnehmer am Preisangeln in die Startliste bei Ritzerfeld (Herbrumer Schleuse) eintragen. Die letzten Nachzügler kamen erst gegen 10 Uhr. Damit Petrijünger, die von Anfang an am Wasser sein wollten, Gelegenheit hatten, vorher einer hl. Messe beizuwohnen, war, wie immer bei Veranstaltungen dieser Art, durch das Entgegenkommen der Papenburger Pfarrgeistlichkeit um 6 Uhr eine Frühmesse in der Antoniuskirche. Das wurde in der Dienstagsausgabe der Ems-Zeitung veröffentlicht. Die Aschendorfer Sportfischer besuchten bei solchen Anlässen die Frühmesse um 6 Uhr im Krankenhaus. Beide Vereine legten Wert auf diese Feststellung.

Da im Emsarm unterhalb des Herbrumer Wehres durch das Hochwasser starke Strömung herrschte, hatte sich ein großer Teil der Sportfischer in dem Kanalstück unterhalb der Herbrumer Schleuse angesetzt und das mit großem Erfolg, denn viele Fische hatten
anscheinend in diesem ruhigen Gewässerteil Schutz vor der strömenden Flut gesucht.
Wenn auch zeitweilig der über der Landschaft hängende Nebel in Form von Sprühregen niederging, verlebten die Sportfischer doch einen herrlichen Tag. Es wurden besonders viele Zander und Hechte zwischen fünf und neun Pfund erbeutet, und als ab 15 Uhr die Petrijünger ihre Fänge zur Waage brachten, staunte man über Zahl und Gewichte.
Der 1. Vorsitzende des Papenburger Sportfischervereins, Karl Seitz, brachte das auch in seiner Ansprache vor der Preisverteilung zum Ausdruck. Besonders stellte er heraus, dass die kameradschaftliche Zusammenarbeit der Aschendorfer und Papenburger Sportfischer zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtige. Der Vorsitzende des
Aschendorfer Sportfischereivereins, Erich Mettner, schloss sich den Worten seines
Vorredners an und dankte für die Einladung.

Die Kamera war schussbereit, als beim Preisangeln des Papenburger Sportfischervereins im Herbrumer Emsarm ein Rekordhecht im Gewicht von 20 1/2 Pfund auf die Schuppen gelegt wurde. Da der Kescher zu klein war, übergab der Petrijünger nach hartem Drill die Rute einem Kameraden, stieg ins Wasser, fasste den Emsräuber mit beiden Händen und schob ihn auf die Sandbank.