Altmeister der Fischwaid

Von frühester Jugend an dem Angelsport verschrieben, gründete Oberpostsekretär Hans Misselhorn Anfang der 30er Jahre den ersten Sportfischerverein des Kreisgebietes, in dem zunächst die Petrijünger von Papenburg und Aschendorf zusammengeschlossen waren, bis die Zahl der Mitglieder ausreichte, zwei eigene Vereine lebensfähig zu halten. Misselhorn führte den Papenburger Verein zur Blüte. In mühseliger Kleinarbeit gelang es ihm, bei den Mitgliedern den Sportgedanken in den Vordergrund zu rücken und so die sogenannte Topfangelei, das Erbeuten von Fischen mit jedem Mittel zurückzudrängen. Seiner Anglergilde prägte er immer aufs neue ein:

„Mit Ruhe, Vorsicht, Zähigkeit
verbindet Schnellentschlossenheit,
Kenntnis des Fischs, des Orts, der Zeit;
Das Angelzeug mir nicht verleiht!
Schont und beherrscht`s in Freud und Leid,
ehrt das Gesetz, nehmt´s ernst und weit,
auch meidet mir Latein und Neid,
helft selber und seid hilfsbereit!
Und pflegt mir die Reinlichkeit,
stets übend Maß und Menschlichkeit,
auf dass ihr echte Angler seid!
Gut Wasserwaid!“


Der Landesfischereiverband Weser-Ems ehrte den Altmeister, der mit Rat und Tat stets bei der Hand war und seine Freizeit ganz in den Dienst der Sportfischerei-Organisation stellte, durch Verleihung des goldenen Ehrenzeichens. Als sein Alter ihn schweren Herzens zwang, den Vorsitz des Papenburger Vereins nach mehr als zwanzigjähriger Tätigkeit in die Hände eines jüngeren Kameraden zu legen, wurde Hans Misselhorn von der Generalversammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Er behielt so weiterhin enge Verbindung mit den Kameraden. Noch im Frühjahr 1958 setzte er für den schwersten Fisch des Jahres einen Geldpreis in Höhe von 10,00 DM aus, der bis heute noch jährlich vergeben wird. Es ist der Verdienst von Hans Misselhorn, der den Grundstein des Sportfischervereins Papenburg e.V. gelegt hat. Ein Mann segnete im Alter von 89 Jahren das Zeitliche, der von allen, die ihn kannten, außerordentlich geschätzt wurde. Zu seinem 50. Todestag wollen wir seiner würdig gedenken. Möge er ruhen in Gottes heiligem Frieden!

Handschriftliche Gedanken
unseres Vereinsgründers Hans Misselhorn


Papenburg, 10.03.1946

Der Krieg ist zu Ende, aber der Frieden noch nicht geschlossen. Vor unseren Augen liegt ein zertrümmertes Deutschland.
Wie sieht es in unseren Pachtgewässern aus?
Erst haben die Deutschen Truppen bei ihrem langsamen Einmarsch die Gewässer mit Handgranaten abgefischt und dann kamen die feindlichen Truppen, die mit Handgranaten und starken Minen die Gewässer fischleer machten. Tausend und abertausend kleine Fische sind hierbei vernichtet.
Alles was wir mit großen Opfern an Geld und Fleiß aufgebaut haben ist dahin.
An dem Grabe unserer Habe stehen jetzt wir Sportangler. Aber ein süßer Trost ist uns doch geblieben, wir haben unsere Gewässer noch. Jetzt heißt es aufbauen, Jungfische und Fischbrut beschaffen, wo sie zu haben sind.
In diesem Sinne rufe ich allen Sportkameraden ein kräftiges Petri Heil zu.


Misselhorn
-Vereinsführer-