Pechvogel-Pokal


Verleihung 2013

Wie mir Gerd Sloot dieser Tage erzählte, gelang unlängst einem altgedienten Senior der „Grauen Hechte“ ein ungewöhnlicher Fang. Ausgestattet mit einer 7 m langen Teleskoprute dümpelte die feststehende Pose an einer 0,25er monofilen Schnur mit einfachem Aalhaken, bestückt mit Tauwurm auf Grund im Sielkanal. Nichtsahnend schoss urplötzlich die Pose mit einem heftigen Zug in den Abgrund der schwarzen, lichtlosen Tiefe des Gewässers. „Schlag doch an“: rief ihm sein herbeigeeilter Nachbar zu. Jetzt machte sich die Rutenaktion der weichen Rutenspitze bemerkbar und hielt die pfeifende Schnur durch die Schnurführungsringe auf ungebremste Spannung. Der Drill eines ihm unbekannten Monsters ließ ihm keine Chance der Überlegenheit. „Hol einen Kescher, Hans“: war der verzweifelte Ruf des leidgeprüften Anglers.

Langsam, aber sicher gab die geräuschvolle Knarre an der Rolle ihr Bestes und das geheimnisvolle Ungetüm kam kurz an die Wasseroberfläche. Aussehend wie verknäudelte Aale landete er dieses Etwas unsanft aber mit heftigem Schwung ans sichere Ufer. Ratloses Entsetzen spiegelte sich nach der Landung in den Gesichtern der beiden wieder und ließ sie erschaudern. Groß wie ein Essteller war die Beute, eine „Wollhandkrabbe“. Für dieses unvergessliche Fangerlebnis wurde dem Senior Georg Müller, vom Gruppenleiter der „Grauen Hechte“ Hans Efken, der „Pechvogel-Pokal“ verliehen.

Übrigens, so mancher Gourmet schwört ja auf die lecker zubereitete Wollhandkrabbensuppe. Ob sie wohl geschmeckt hat?

Wollhandkrabben sind eine Plage. Nur Aale mögen sie – manchmal. Als schädlich und völlig nutzlos wurden sie bisher eingestuft. Die „Wollhand“ gab der Krabbe ihren Namen. Vor rund 100 Jahren mit dem Ballastwasser von Handelsschiffen aus China bei uns eingeschleppt, machte sie sich sofort bei Fischern und Anglern unbeliebt. Mit den kräftigen Scheren zerschneidet die Krabbe Netze und Angelleinen, verspeist Aale in den Reusen, klaut den Anglern die Köder vom Haken und wühlt Wohnröhren in Ufer und Dämme. Kurzum, das Tier ist eine Plage.