Die Ems / Dortmund-Ems-Kanal

Bezüglich der Angelmöglichkeiten in der Ems/Dortmund-Ems-Kanal muss man grundsätzlich unterscheiden, zwischen den tidenabhängigen und tidenunabhängigen Gewässerstrecken. Bei den extrem tidenabhängigen Strecken unterhalb des Wehrarms in Herbrum, ist die Angelei nicht ganz einfach – aber in jedem Fall lohnend. Grundsätzlich ist das Fischen eigentlich nur bei auflaufender Tide möglich – und dann ist die beste Zeit kurz vor Erreichen des Höchststands und in den Zeiten des Stillstandes. Dafür gibt es eine einleuchtende Erklärung. Durch das Ausbaggern der Fahrrinne der Ems für die Ausschiffungen der nur etwa 10 km nördlich von Herbrum liegenden Schiffswerft Meyer, auf bis zu 10 m, kann man sich in etwa vorstellen, in welcher Form der Tidenhub dort abläuft. Es ähnelt doch sehr stark einem reißenden Gebirgsbach bei fallendem Wasser und auch bei auflaufendem Wasser sieht es nicht viel anders aus. Man hat bis Herbrum bei Tide einen Niveauunterscheid von bis zu 3-4 m von Niedrig- zu Höchstwasserstand. Selbst wenn Sie ihre Grundangel mit 100 g bebleien würden, käme diese nicht zu liegen, so stark ist die Strömung bei ablaufendem Wasser. Und doch lassen sich dort auch Fische fangen und zwar nicht zu knapp. Vor allen Dingen Zander, Alande, Brassen, Karpfen, Aale, Hechte, Welse – aber auch Rapfen. Es muss noch bemerkt werden, dass der Dortmund-Ems-Kanal/Ems hier nicht den typischen Kanalcharakter hat sondern sich naturangepasst durch die Landschaft schlängelt. Es gibt eine Vielzahl von Einläufen von Entwässerungsgräben in die Ems und
genau hier sollten Sie es probieren. Aber Vorsicht, Sie sollten sich unbedingt mit Watstiefeln ausrüsten, wenn Sie sich an die Einläufe begeben. Naturgemäß führt die Ems bei diesem Tidenhub sehr viel Schlamm mit sich. Im Konfirmationsanzug kann man sich dort also nicht ans Wasser stellen. Vergessen Sie auch nicht, Ihre Angelutensilien hoch genug abzulegen, dass Wasser steigt auch mit einer sehr großen Geschwindigkeit, mitunter zu schnell. Verschaffen Sie sich auf den schlammigen Steinpackungen der Uferbefestigungen einen festen Stand, ansonsten könnte es für Sie unter Umständen eine feuchte – wenn auch nicht unbedingt fröhliche Angelegenheit werden. Die beschriebenen Einläufe sind äußerst Zanderträchtig. Hier wurde schon vielen kapitalen Zandern der Weg aufs Trockene gezeigt. Zander von 4 – 8 Pfund sind nichts, worüber großes Aufhebens gemacht wird. Hier haben Sie immer die Möglichkeit gute Fische zu erwischen. Leider beschränkt sich – aus den geschilderten Gründen – die Angelzeit auf maximal 2-3 Stunden je Tide. Versuchen Sie es in jedem Fall mit Spinnrute, Gummifisch oder Twister. Wählen Sie Ihre Gummifische nicht zu klein, die Anbisse können extrem vehement sein. Nehmen Sie 15 cm als untere Grenze. Sie werden feststellen, dass Sie verhältnismäßig wenig Fehlbisse haben, wenn Sie Ihr Gerät vernünftig abgestimmt haben. Wer die zum Teil nervenaufreibenden Versuche des Zanderfischens im Stillwasser aus eigener Erfahrung kennt, der wird hier ein völlig anderes Beißverhalten kennenlernen. In unseren Gewässern ist es erlaubt auch Rapfen zu fangen. Versuchen Sie es auch auf Rapfen mit kleinen Wobblern oder Spinnern. Führen Sie diese sehr schnell in Oberflächennähe. Sehr häufig kann man die Rapfen durch ihr Jagdverhalten lokalisieren Wer noch nie einen Rapfen an der Angel hatte, der sollte sich auf einiges gefasst machen. Der Anbiss erfolgt mitunter dermaßen brutal, dass man sich mehr als nur erschreckt. Ein sehr guter Platz ist der Bereich unterhalb des Wehrbereichs ab der Einmündung „Hungriger Wolf“. Der Drill eines Rapfens kann schon ein Erlebnis sein. Auch Alande, Rotaugen, Brassen und Karpfen sind in diesem Bereich in kapitalen Größen zu erbeuten. Eine Match- oder Feederrute sollte es daher schon sein, wenn Sie als Friedfischangler die begehrten Fische in den Stromschnellen der Ems erreichen möchten. Seien Sie darauf vorbereitet, dass Ihr eingesetztes Geschirr auch einen kräftigen Welsbiss standhält. Da die Waller sich in den letzten Jahren in der Ems stark vermehrt haben, dürfen Sie zurzeit lt. einer begrenzten Ausnahmegenehmigung auch untermaßige Welse nach dem Fang mitnehmen. Suchen Sie sich einen Angelplatz, von dem Sie aus einen guten Gewässerüberblick sowohl stromab– als auch stromaufwärts haben. Der Schiffsverkehr kann für Sie ansonsten böse Überraschungen bereithalten. Durch die Wasserverdrängung der Schiffe können Sie es aber rechtzeitig an Veränderungen des Wasserstandes – oder der Fließrichtung erkennen, wann sich ein Schiff nähert, noch bevor Sie es sehen oder hören. Sie sollten aufgrund der relativ geringen Breite der Ems in diesem Bereich Ihr Gerät bei Vorbeifahrt eines Schiffes lieber herausnehmen, da ansonsten die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass Sie neu montieren müssen. Natürlich will jeder Fisch erst einmal gefangen sein, jedoch glauben wir sagen zu können, hier werden viele Angler weitaus bessere Bedingungen vorfinden, als sie es von daheim gewohnt sind.

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